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Die 7 Schlüsselwörter des Pilgers

- eine Übersicht -

 

Attributen

             

 

Freiheit

StavenDie Freiheit berührt die alte Wandertradition in Schweden mit Landstreichern, Vagabunden und Nomaden. Ruhig durch die Natur zu wandern ohne Zeitplan und Kalender verleiht äußere und innere Freiheit von allen Stressfaktoren. Der Wanderer nutzt die Freiheit als Heilmittel und Gegenpol zu unserer schnelllebigen Zeit, die uns nach und nach von innen auffrisst.  Bei unserer heutigen Hektik weigert sich der Pilger, sich vom Terminkalender versklaven zu lassen. Auch die Kirche ist ein Spiegel der Gesellschaft mit immer mehr Zeitdruck. In der Freiheit des Wanderns treten Lachen, Weinen und sämtliche normaler Weise unter der Oberfläche verborgenen Gefühlsschichten offen zu Tage. Der Stab ist das Symbol der Freiheit. 

 

Einfachheit

TältetWenn der Pilger seinen Rucksack packt, merkt er, dass er nicht unbedingt 25 kg Gepäck braucht, sondern nur zwölf. Etwas zu essen, Wasser und ein Satz Kleidung zum Wechseln reichen. Ein Schlafsack, eine Liegeunterlage und etwas Platz zum Liegen sind genug. Das meiste im Leben – und das Beste – gibt es gratis. Man erkennt sehr schnell, dass man nicht so furchtbar viel braucht. Man lebt auch so gut. Es ist ein wenig wie die Bergpredigt in der Praxis. Die innere und die äußere Wanderung parallel gehen. Im Gebet, in der Stille und in der Meditation. Gleichzeitig Sozialarbeiter, Mediziner und Seelsorger auf Straßen und Plätzen sein, in der Begegnung mit anderen Menschen. Das ist das Urbild der Kirche, ein lebendiges Inneres und ein lebendiges Äußeres. Das Zelt ist das Symbol der Einfachheit.

 

Langsamkeit

Skorna

Die Schnecke ist das Vorbild. Nicht der Schnellzug, DSL oder Standleitung. Die Langsamkeit und das Bummeln machen, das wir Fahrstuhl fahren vom Kopf in unseren Bauch, wo das Leben und die Gefühle sitzen. Beim Wandern in einem angenehm langsamen Tempo kommuniziert man mit anderen, tiefer liegenden Schichten und verlässt das Rationelle, das Intellektuelle und das Logische. Das ist die westliche Art. Genau deshalb ist die Langsamkeit ein Schlüsselwort für Pilger in unserer hektischen Zeit. Es ist Zeit zum Nachdenken und Beten, für Stille und Konzentration. Ruhiges Gehen im Herzschlagrhythmus macht uns bereit für die Begegnung mit unserem inneren Wanderer, unseren Mitmenschen und Gott. Die Schuhe sind das Symbol der Langsamkeit.

 

 

Stille

KappanAuch in einer Gruppe kann man bewusst still wandern. Fremde Stimmen, Vogelgesang oder der Straßenverkehr im Hintergrund können die Stille nicht stören. Eine Pilgerwanderung ähnelt in Form und Inhalt einem Retreat, aber sie geht mit ständiger Bewegung einher. Still vorwärts zu gehen und dabei nachzudenken heißt gegen unsere gewohnte Alltagskultur mit ihrer ständigen Geräusch- und Bilderflut anzugehen. Die Jagd nach Neuigkeiten, Informationen, den neuesten Trends in unserer Wegwerfgesellschaft und ständig neue Erlebnisse verstummen in der “Kultur der Stille”. Es ist ein Segen, mit anderen zusammen zu sein ohne Verlangen nach Krach und Lärm, es reicht, sich zu bewegen und Ruhe zu haben. Nicht reden zu müssen ist fast wie Magie. Der Mantel ist das Symbol der Stille.

 

Unbekümmertheit

HattenWelch ein wunderbares Wort. Es bedeutet “keinen Kummer haben”. Unbekümmertheit! Heute leider ein verdrängter Begriff; dabei geht es nicht darum, Belastungen, Mühen und Schmerz außer Acht zu lassen, sondern darum, eine andere Perspektive aufzuzeigen. Beim Wandern merkt man, dass die eigene Last nach und nach leichter wird und die Angst nachlässt. Die Unruhe des Alltags und das, was unser Gemüt beschwert, klingt ab. Man macht sich ganz einfach keine unnötigen Sorgen. Erfahrene Pilger sagen, dass vom Standpunkt der Ewigkeit ihre Sorgen und Lasten nichts wiegen. Eine gesunde Einsicht, die mehr bewirken kann als jede Therapie oder Medizin. Der Hut ist das Symbol der Unbekümmertheit.

 

 

Teilen

ränselMit dem Teilen steht und fällt das Pilgerwandern. Auf der physischen Wanderung teilen wir soziale Dinge wie Familie, Wohnung und Beruf miteinander. Aber das Bewusstsein fährt vom Kopf herunter in den Bauch. Innere Grenzen sich auflösen zu lassen ist ein Erlebnis, mit dem Bauch kommunizieren zu dürfen ist befreiend. Sich in seinem Schmerz, seinen Mühen, Freuden und Sehnsüchten mitteilen zu dürfen. Man braucht nicht alle seine inneren Räume zu öffnen, nur so viele, dass man sich so gibt, wie man wirklich ist.  

Unterschiede in Alter, Geschlecht, Bildung, Herkunft und Erfahrungen bedeuten immer weniger, je weiter wir wandern. Wir sind Pilger, die alles miteinander teilen: das Essen, das Wasser, Blasen an den Füßen, Fürsorge, Smalltalk, Gebet und Massage. Arbeit und Probleme, die auftauchen, Ausruhen und Freude, Lebensgeschichten und existenzielle Fragen. Der Rucksack ist das Symol des Teilens.

 

 

Andacht

Korset

Irdisch und himmlisch, geistig und materiell, sichtbar und unsichtbar – auch hier verschwinden Grenzen. Alles ist aus einem Guss, das Universum hat im “unsichtbaren” Schöpfer seinen Ursprung. Als Pilger zu wandern heißt mit Gott zu wandern – mit ihm, der alles umfasst und der immer er selbst ist. Wohin ich auch gehe, gehe ich mit Gott. Die Wanderung als solche birgt in sich eine Andacht, die meine innere Arbeit mit den existenziellen Fragen erleichtert: nach dem Was und dem Wohin. Dem Sein. Leben und Tod. Sinn und Sinnlosigkeit. Freude und Trauer. Fragen, mit denen sich alle Menschen auseinandersetzen müssen. Die Landschaft des Mysteriums ist die Landschaft, in der der Pilger wandert. Das Kreuz ist das Symbol der Andacht.

På Svenska  
           
     

Pilgerzentrum in Vadstena mit ökumenischer Ausrichtung, gemeinsam für die Schwedische Kirche, das Bistum Linköping und die Kirchengemeinde Vadstena;
Klostergatan 7 (bei der Klosterkirche), 592 30 Vadstena, Schweden;
Tel: +46 143-105 71, Fax: +46 143-105 76; E-Mail: pilgrimscentrum@svenskakyrkan.se

     
             
     

Diese Website wurde gestaltet von der Werbeagentur Byrån in Vadstena.